Aufatmen unter Tage

Dank eines neuen Elektrofahrzeugs gibt es frischen Wind für die Bergarbeiter im Atacocha-Bergwerk in Mittelperu.
Das Atacocha-Bergwerk liegt im Herzen der Anden. Es windet sich auf der Suche nach zink-, blei- und silberreichen Erzadern tief in die Erde. Achtzig Jahre nach dem Auffahren des ersten Stollens erstreckt sich das Bergwerk nun mehr als einen Kilometer hinunter in den Berg.
March 28, 2019. Installations of the Atacocha mine, operated by the company Nexa, where the Scooptram ST7 Battery of Epiroc is used in underground mining works. Photo: Juan Carlos Recabal / Mining and Construction / Epiroc
Während die Leitung Vorbereitungen zum Bau eines neuen Kommunikationstunnels zur Verbesserung des Zugangs zu den Sohlen traf, auf denen gefördert wird, bot Epiroc Nexa den Scooptram ST7 Battery an, einen batteriebetriebenen Lader.

Zuvor kamen Mitarbeiter und ihre Ausrüstung durch den Haupteingang auf über 4000 Metern in das Bergwerk und mussten dann sieben Kilometer abwärts fahren, um an ihre Arbeitsstellen zu gelangen. Der Weg konnte bis zu eine Stunde in Anspruch nehmen.
Der neue Tunnel, der 700 Meter tiefer lag, verkürzte die nötige Zeit auf nur noch 30 Minuten.
Beim Ausheben des 2,2 km langen Tunnels mit nur einem Zugang stellte es eine große Herausforderung dar, die Luftqualität aufrechtzuerhalten.

Die leistungsstarken Maschinen, die in dem Bergwerk bohren, laden und fahren, stoßen ein gefährliches Gemisch von Kohlenmonoxid, Stickstoffoxid und Feinstaub aus, das die Gesundheit der Bergarbeiter beeinträchtigen kann.
Nexa customer story
"Dieselmotoren sind ziemlich schmutzig, und manchmal hindern uns die vielen Abgase daraus an der Arbeit", sagt Yordan Rojas, der seit vierzehn Jahren bei Atacocha arbeitet.

Im Großteil des Bergwerks sorgt ein riesiges Bewetterungssystem für einen kontinuierlichen Luftstrom, der die verschmutzte Luft verdrängt. In geschlossenen Tunneln können sich die Verunreinigungen jedoch schnell ansammeln und die Arbeiter Gesundheitsrisiken aussetzen.

Unter solchen Bedingungen arbeiten Fahrer in hermetisch versiegelten Kabinen, während andere Arbeiter dreißig Minuten oder länger warten müssen, bis die Gase verflogen sind, bevor sie den Arbeitsbereich sicher betreten können.
Batteriebetriebene Elektromotoren sind emissionsfrei. Dementsprechend gibt es mit ihnen nicht die gleichen Probleme in geschlossenen Arbeitsbedingungen wie mit den entsprechenden dieselbetriebenen Motoren.
Epiroc hätte sich also gar keinen besseren Zeitpunkt für das Angebot aussuchen können.
"Es war genau das, was wir damals brauchten", erinnert sich Ludwing Esteban, Maintenance Manager bei Atacocha.
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Seit es im Januar 2018 beim Bergwerk ankam, ist das Elektrofahrzeug bei der Leitung und bei den Fahrern, die sich darum reißen, es zu fahren, sehr beliebt.

"So eine Maschine habe ich vorher noch nie gesehen... Ganz ohne Schadstoffe, ohne Abgase", sagt Rojas. "Sie macht die Arbeit für den Fahrer und für alle anderen angenehmer."

Die Scooptram ST7 Battery hat auch bewiesen, dass sie genauso stark ist wie ihr dieselbetriebener Cousin. Sie schiebt und hebt mühelos tonnenweise Gestein. Mit ihrem längeren Ausleger können von ihr aus Transport-Trucks beladen werden, ohne dass eine Plattform nötig ist.

Der Einsatz von Elektrofahrzeugen bietet noch weitere Vorteile.
Im Gegensatz zu einem Verbrennungsmotor macht der Elektromotor kaum Geräusche, während er durch die schlammigen Strecken des Bergwerks fährt, wodurch die Ohren der Bergarbeiter entlastet werden.

Auch geben die Geräte nicht viel Wärme ab. Das ist ein Pluspunkt, da die Temperaturen unter Tage schweißtreibende 30 Grad Celsius erreichen können.

Der eine Nachteil war, dass die große Batterie des Scooptram ST7 Battery im Gegensatz zu einem Tank voll Diesel nicht für eine ganze 12-Stunden-Schicht ausreicht und nach vier bis fünf Betriebsstunden gewechselt werden muss.

Doch der Batteriewechsel hat sich als überraschend einfach erwiesen. Rojas und seine Kollegen wurden von einem Epiroc-Techniker vor Ort eingewiesen und können die Batterie nun in nur ca. 15 Minuten wechseln. Und da keine Kraftstoffe und Schmierstoffe erforderlich sind, sind die Betriebskosten gesunken, und weniger Tankwagen müssen den gefährlichen Weg zum Bergwerk zurücklegen.

Der Scooptram ST Battery wird mit Strom aus dem betriebseigenen Wasserkraftwerk von Nexa geladen. Dies trägt zur Reduzierung der CO2-Bilanz des Unternehmens bei.

Angesichts der vielen klaren Vorteile ist es kein Wunder, dass die weltweite Bergbaubranche nach einer Elektrowende für ihre Bergwerksflotten ruft.

Esteban erklärt, dass Nexa seine gesamte Bergwerksflotte innerhalb von fünf Jahren nur noch mit Strom betreiben möchte.

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